Reiseberichte von Hermann und Hans-Hubertus Braune

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Reisebilder aus Süditalien

"Kennst Du das Land, wo die Zitronen blühn?"

Reise nach Kampanien/Süditalien - Region Cilento


Kampanien - eine Region in Süditalien, am Golf von Neapel und von Salerno. Und darin der Landstrich "Cilento". Von ihm wurden 180.000 ha kürzlich als Nationalpark anerkannt und als Weltkulturerbe unter Schutz gestellt. Antike Baudenkmäler aus griechischer Zeit,klares blaues Meer,sandige Strände - ohne Touristenflut - verschwenderisch üppige Pflanzenwelt aufgrund idealer Feuchtigkeit und Wärme. Die geht über in karstig-rauhe Gebirgszüge bis auf 1.200 m NN. Man begegnet Kirchen, Klöstern, Ruinen aller Epochen, verträumten Bauerndörfern manchmal in archaischem Lebensstil, alten Handwerken und auch fruchtbaren Ebenen mit Weinbau, Olivenhainen, Orangen- und Zitronenplantagen, Feigen, Kiwis, Affenbrot, an den Hängen Maronenwälder. Und natürlich immer wieder Tomaten, Tomaten (leider unter Folie).

 
In 14 Stunden Fahrzeit bringt uns der "Euronight" der italienischen Staatsbahn von München über den Brennerpass hinweg in den sonnigen Süden.

In Neapel begrüßen uns baumhohe Palmen...
 
 
...und blaues Meer.  
 
Aus der fruchtbaren, dicht bebauten Ebene der Stadt Neapel erhebt sich der Vulkan Vesuv, gar nicht so harmlos. Aber derzeit ein üppig grüner Nationalpark. Parco Nazionale

 

 
Der Vesuv: Obwohl ein Ausflug hinauf bis direkt an den Kraterrand des heute 1.178 m hohen Vulkan Vesuv sicher reizvoll ist, so lohnt stattdessen auch eine Fahrt mit der elektr. Schmalspurbahn "Circumvesuviana", die auf einem großen Kreis durch die dichtbesiedelte aber gartenreiche Ebene unten um den Fuß des Berges herumfährt. Einschließlich Station "Pompeji". Im Jahre 79 wurden hier tausende Römer von flüssiger Glut bedeckt. Der Vesuv, 1944 das (vorerst) letzte mal ausgebrochen, ist heute ein streng geschützter Nationalpark.  
 
Vor etwa 250 Jahren ließ der Bourbonen-König Karl mutig eine Straße bauen zur Erschließung einer giftig-stickigen Sumpflandschaft am Küstenstreifen. Dabei stieß man auf die ausgedehnten Reste der vergessenen antiken Stadt Paestum, ehemals Poseidonia. Ab dem 7. Jh. v. Chr. war hier ein griechisches, später römisches Handelszentrum mit drei Tempeln von epochaler Bedeutung entstanden und im Zeitenlauf wieder verfallen. Die später kultivierte Sumpfgegend wurde zu einer blühenden Kulturlandschaft. Touristen wie Archäologen finden heute hier reiche Betätigung.  
 
Unvorstellbar für uns heutige ist die von den Griechen angewandte Technik zum Bau derartiger monströser Werke.  
 

,,Inveni portum. Spes fortuna valete. Sat me ludisvisti. Nune alios ludisvisti." - 1880 - ,,Ich bin im Hafen angekommen. Hoffnung und Glück lebt wohl, ihr habt genug mit mir gespielt. Spielt jetzt mit anderen." Der sich mit solchen Worten hinter ein festes Tor in S. Marco zurückzog, war keinesfalls ein vom Leben Enttäuschter, kein Depremierter, sondern der einflussreiche Patriot Di Angelis, der zeitlebens mit allen möglichen Leuten seine eigenen Spielchen getrieben und nun die Nase voll davon hatte. Ein Kauz?

 

 

 

 

 



 
 
Fast paradiesisch gelegen ist das Gästehaus Fondazione Passarelli in S. Marco di Castellabate, eine europäische Stiftung.  
 
Das vorige Bild zeigt auf steiler Höhe den verwinkelten und bizarren Ort Castellabate, mit stolzen Bewohnern.  
 
Auch hier verfallende Bauernanwesen, dieses an einem Küstenwanderweg zum Punta Licosa, einer weit ins Meer hinausragende Buhne mit uraltem Leuchtturm.  
 
Die wildzerklüftete Landschaft des Cilento.  
 
Rast inmitten ertragreicher Natur. Oliven, Datteln, Feigen, Tomaten, Maronen... - und weithin duftende Kräuter. Eukalyptus und so viele andere.  
 
...mit Blick auf den Ort Portfumo.  
 
Dattelpalmen...  
 
...gehören ebenso zur Landwirtschaft wie riesige Feigenkakteen und die Mozzarella-Käseproduktion. Im Bild eine Büffelfarm, die die Milch für echten Mozzarella liefert.

Die vielfach ökologisch betriebene Landwirtschaft der Region gewährt gerne Einblicke in die Produktion z. B. von Olivenöl, Tomaten und Wein mit interessanten Hintergrundinformationen.
 
 
Uralt ist die Seefahrt an der süditalienischen Küste, mit all ihren Gefahren, Schicksalen und wunderbaren Rettungen. Ein Kirchenportal zeigt dies in wunderbaren kupfergetriebenen Darstellungen.  
 
CAPRI, im Hintergrund die Halbinsel von Sorent.  
 

 

 

 

 

 

Capri. Die römischen Kaiser Augustus und Tiberius verliebten sich vor rund 2000 Jahren in diese damals griechische Insel und begründeten damit über die Zeitläufe hinweg eine Anballung großer Namen. Dazu gehören unter vielen anderen - wer hätte das gedacht: Gorki und Lenin, aber auch Emil v. Behring (bedeutender Bakteriologe), Friedrich Krupp - deutscher Großindustrieller im Ruhrgebiet - er hinterließ auf Capri eine heute von Künstlern belebte Villa sowie einen großartigen öffentlichen Park, den Augustusgarten. Axel Munthe, schwedischer Arzt und Schriftsteller (,,Das Buch von San Michele") schuf sich ein weißmarmornes Refugium, Motto ,,Licht, Licht, Licht überall!" Sein Geist nimmt den Besucher noch heute gefangen. Diesem wird draußen buntglänzendes Muranoglas offeriert Über eine schwindelerregend an die Felswand geklebte Straße fährt man im Kleinbus wieder von Anacapri hinab zum Hafen. Im ,,Jetliner" rauscht man über die Wellen zurück nach Neapel. Just über die Stelle, wo einst Johann Wolfgang v. Goethe in bittere Seenot geriet, als er von Sizilien zurückkam. Neapel = Napoli, griech.: nea polis, neue Stadt. Neustadt? Nee, Napoli klingt schöner.  
 
 
 
War dies die Stelle von Goethes Seenot?  
 
Auf dem ,,Weg der Götter - zwischen Himmel und Wasser". Von der Hochfläche Agerola (um 1200 m Höhe) auf der Halbinsel von Sorrent schlängelt sich dieser traumhafte, weltvergessende Wanderpfad entlang an karstigen Felsen, senkrechten Abgründen, verfallenen Bauernanwesen, seltener Pflanzenwelt (wer kennt schon einen Erdbeerbaum mit reifen dicken roten Früchten?) und begleitet von Votivtafeln auf bunten Majolikafliesen. Stets angesichts eines von unten blau und silbern heraufglänzenden Meeres geht man hinab nach Positano, ein an die Felswände geklebtes buntes Städtchen, mondän lebhaft und weltbekanntes Modezentrum. Nicht nur Bundeskanzler Gerhard Schröder trank gerne seinen Campari hier an der berühmt schönen Amalfiküste.  
 
Im Folgenden drei Begegnungen auf dem Weg der Götter.

Zuerst: (deutsch) "Wer auch immer nachfragt, er wird Gnade finden beim Hl. Josef. - Schwester Teresa."








 
 

 

 

 

 

 

 

 

 

Dann eine Szene mit Francesco d´Assisi, dargestellt 1986.

 
 
   
Schließlich eine Göttin (?), die auf die "Villa degli Dei" hinweist = Haus der Götter.

Service am Weg, die Wanderzeichen "CA" des italienischen Wanderverbandes sowie eine Hunde-Service-Box.
 
 
O sole mio. Gefühlvolle napolitanische Lieder am Abend.  
 
O sole mio in natura.

Auch Altmeister Goethe bereiste vor über 200 Jahren Italien und empfand dieses Land als ,,seine große Liebe". Es heisst, ,,Goethes Anschauungen erfuhren in Italien eine Umwandlung von Grund auf". Nicht nur die gewaltigen Tempelruinen der Griechen in Paestum beeindruckten ihn so sehr, sondern auch die Menschen in dem warmen, meist immergrünen Land. In deren so oft geschmähtem Müßiggang erkannte er eine Lebensweisheit: nämlich, dass man durch lässige Gelassenheit viel mehr sein ohnehin begrenztes Leben genießt als die kalten ,,Nordländer", die ständig neuen selbstgesteckten Zielen nachhetzen, die sie doch nie erreichen. Wie recht Goethe hatte. Und immer noch hat. Wenn wir uns selbst betrachten.

O sole mio.
 
 
Freuen Sie sich auf unsere nächste Reise in die Lausitz.