Reiseberichte von Hermann und Hans-Hubertus Braune

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Reisebilder aus Indien: "Immer ein Lächeln" - Teil eins -

Quer durch Indien vom Ganges zum Himalaya. Nachfolgend sehen Sie eine Reihe von Eindrücken bei einer Indienreise, die im Februar erlebt wurden. Einige "wenige Eindrücke aus dem vielfältigen und bunten" Land der Gegensätze.

Die Individualreise war von indischer Seite perfekt begleitet
 



Acht Stunden Flugzeit trennen uns ab Frankfurt am Main zum indischen Subkontinent mit dessen Hauptstadt Delhi.

"WELCOME TO INDIA"

Der riesige rote Turban des Einsreisebeamten übt Respekt und Autoritätsstatus aus.

WELCOME. Was wird uns trotz all den Unkenrufen erwarten; Gefahren,Krankheiten...? Vorweg: nichts von alledem.
 
     
SUNNY. Jedem der massenhaft handgefertigten Ziegelsteine wird ein Name oder ein Motto eingedrückt. SUNNY erschien uns als gutes Omen.

Sonne und Lächeln fast überall.

Inder/-innen lächeln. Wohl aus Dankbarkeit den Göttern, die sie dahin gestellt haben, wo sie stehen. Die Götter, unendlich viele, sie werdens richten.
 
     
Die bunten Saris ( = 5,5 Meter geschlungene Stoffbahn) oder bei jungen Frauen der Punjabi Dress (weite Hosen, langes Hemd und wehender Schal) verleihen eine unvergleichliche Anmut. Außer dem Lächeln.

Männer kleiden sich - leider? - häufig nach westlicher Norm, allerdings sind auch weiße Pyjama sowie etliche spezielle, traditionelle Kleidungsstücke durchaus üblich. Der Lendenschurz beispielsweise.

Muslimfrauen tragen lange weite Kleider über Hosen und meist ein Kopftuch. Bei etlichen ist nur die Augenpartie frei.

So gibt es also viel Farbenfreude zu sehen. - Auf dem Bild machen lilagewandete christliche Schwestern aus dem südindischen Kerala gerade einen Ausflug zum Qutab Minar; dieses 72,5 Meter hohe Minarett wurde als eines der größten islamischen Bauwerke um das Jahr 1200 errichtet.

(Indische Religionen: Hinduismus, Jainismus, Buddhismus, Islam und andere, z. B. ganz wenig Christentum).
 
     
Old Delhi. Wir fahren per Fahrradrikscha, um nicht verloren zu gehen.  
     
New Delhi. Mittagsrast der Regierungsangestellten. Alle Tätigkeiten werden in Indien wenn irgend möglich auf dem Erd- bzw. Fußboden ausgeführt. Die Erde, die mich trägt...  
     
Fahrt über Land.  
     
Überholmanöver auf einer Nationalstraße.Unser Auto fuhr zur Seite, um das zu ermöglichen. Durchaus kein ungewöhnlicher Vorgang.  
     
Frauen auf dem Weg zu einem religiösen Hindufest. Sie transportieren - wie landesüblich auf dem Kopf - Verpflegung, gekochten Reis.

Auf dem Festplatz gaffte übrigens niemand auf uns "Exoten".
 
     

Bequemer (aber doch ziemlich schaukeliger) Aufstieg zum Fort Amber bei Jaipur, einem unvergleichlich reichen funkelnden und glitzerndem einstigen Herrschersitz. (Stichworte Rajputenkönige, Mogulherrscher). Die ehem. Herrscher sind heute ohne politischen Einfluß, aber reich.

 
     
In den "Gärten der Sidodia", sie gehören zu einem Privatpalast, den ein Herrscher auf Fort Amber einst der zweiten seiner 12 Haremsfrauen errichtet hatte, weil diese die Hauptfrau nicht leiden konnte.  
     
Hochzeitszug in Jaipur. Der Bräutigam reitet ritualgemäß auf einem reich geschmückten weißem Pferd mit einem kleinen Jungen zu seiner Braut. Die Aussteuer wird im LKW hinterhergefahren.  
   
In der „Jewellery“. Erlesener Juwelenschmuck und tolle Seide werden von Hand gefertigt und garnicht besonders teuer gerne angeboten. Viele Materialien stehen örtlich an.  
   
 
   
In den bis zu 1.000 Meter hohen Aravallibergen (sie bilden die Abschirmung gegen die westlich angrenzende riesige Wüste Thar) liegt der Sariska-Wildpark. Jeepsafaris bemühen sich, dem Tiger zu begegnen.  
   
Das Sariskahotel am Parkeingang, bei Nacht der Begriff von Tausendundeinernacht. Persische Tänze auf der stockdunklen Terrasse – unvergesslich.  
   
Rotes Fort in Agra. Schnitzarbeiten in weißem Marmor und rotem Sandstein.  
   
Der Inbegriff Indiens: der Taj Mahal in Agra; das Mausoleum für die Königin Mumtaz Mahal ließ der Mogul-Herrscher Shah Jahan im Jahr 1631 errichten. 20.000 Arbeiter bauten 22 Jahre lang aus fleckenlosem weißen Marmor und rotem Sandstein (in der Umgebung gewonnen) sowie mit abertausenden Edel- und Halbedelsteinen aus der ganzen Welt.

Rechts im Bild Schwestern vom Mutter Teresa-Orden, Calcutta.
 
   
Indische Gelassenheit. Ruhepause im Marmor des Taj.  
   
Für die Weiterreise benutzen wir die Indian Railways. Gesundes Fastfood inbebgriffen.

(Die Eisenbahn ist - noch – das wichtigste Verkehrsmittel Indiens, mit 62.000 Kilometer Länge eines der größten Asiens. Aber die Autowelle rollt auchhier.)
 
   
Über den Ganges. „Mutter Ganga, die Mutter aller Flüsse“.  
   
Lunch im Zug. „Veg´. or non-veg´?“ das ist die Frage. In jedem Fall gibt´s einen Berg Reis mit Chapati und würzigen Beilagen. Und selbstverständlich kein Besteck. Der Inder isst grundsätzlich mit den Fingern. Nur der rechten Hand, denn die linke ist unrein. Wohlbegründet, denn man kennt kein Toilettenpapier (No Western-style, please!)

Wir hatten wohlweislich Plastikbesteck dabei.
 
   
Frau Chatterjee (doppelter Magister an der heimischen Universität und fließend deutsch sprechend) führt uns auf dem Ganges zur heiligen Stadt Varanasi. Hier üben zigtausende Inder täglich ihre Rituale im fließenden Wasser aus und verbrennen ihre Toten. Die Knochenreste werden dem Fluß Ganges übergeben. So, wie es der Glaube befiehlt. Alles Leben fließt...  
   
Laut Frau Chatterjee ein Muß für jeden Menschen: den Sonnenaufgang über den Ganges erleben. Und dadurch gesegnet sein.  
   
Vor etwa 2.500 Jahren - also lange vor dem Christentum - erschien Buddha, „der Erleuchtete“. Seine Weltanschauung bestimmt noch heute weite Teile Asiens. Im sog. Gazellenhain von Sarnath hielt er seine erste Predigt. Heute gibt es dort eine moderne Heiligungsstätte.  
   
Buddhistische Gebetsfahnen in den Farben der Elemente und mit Wünschen versehen.  
   
Ähnlich ist der Zweck dieser hinduistischen Votivstätte in Calcutta. Bitten, Dank und Anbetung der Götter.  
   
Gottheiten aller Schattierungen sollen das Leben der LKW-Fahrer begleiten.  
   
Gottheiten und sehr irdische Instrumente dicht beieinander.  
   
Der sog. Toy-Train wurde 1881 von den Engländern erbaut um den bei Darjeeling im Himalaya geernteten Tee hinunter zu den Häfen zu transportieren. Er schafft die 80 Kilometer von Siliguri (150 Meter NN) nach Darjeeling (2.600 Meter NN) in acht Stunden. Wir hatten dabei ganze fünf Minuten Abweichung. Beispielhaft?

Statt der ultraromantischen Dampfloks fahren heute moderne Dieselloks. Schade für Liebhaber.
 
   
In Darjeeling existiert ein Tibetisches Selbsthilfezentrum für die um 1950/60 von den Chinesen mitsamt dem Dali Lama vertriebenen Tibeter. Hier werden erstklassige Handarbeiten hergestellt. Die Tibeter fanden in Indien Asyl.  
   
 
   
Blick vom Tigerhill (2.600 Meter NN) in die aufgehende Sonne. Hunderte Einheimische begrüßen täglich diesen heiligen Moment. Sie fallen nieder mit "aaah". Gebetsfahnen unterstützen sie bei ihren Anliegen.  
   
Allgegenwärtig sind auch Affen. Sie dürfen praktisch alles, da schützenswert. Im Rahmen der Wiedergeburten weiß man nie, wer´s mal war…  
   
Straßenbau ist auch auf einfache Art möglich. Drive slow.  
   
Bauernmarkt in Kalimpong/Sikkim an der alten Handelsroute nach Tibet. Die Menschenrassen stellen sich hier oben anders dar.  
   
Der Intercity bringt uns in 28-stündiger Fahrt geräuschvoll und bewegend zurück nach Dehli.  
   
SUNNY. Sorry. Ein Lächeln werden wir auf jeden Fall mitnehmen.


"Namaste" sagt der Inder zum Abschied, mit zusammengelegten Händen vor der Brust und leichter Verbeugung. Namaste! -

Wir aber treffen uns demnächst in Süditalien.

Bis bald!
 
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