Reiseberichte von Hermann und Hans-Hubertus Braune

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Holzkirchen und Benediktus in Unterfranken

 

 
 
   
Heute reisen wir nach Unterfranken und besuchen dort den 1.000 Seelen-Ort Holzkirchen in einem engen Talabschnitt des Aalbaches.  
   
 
   
 
   
 
 
Ein Straßenschild zeigt eine gewisse Verbindung hin zu den Nibelungen, jener Unterguppe der Franken, einem Zwergen volk nach germanischen Heldensagen. Siegfried, Kriemhild, Gunter, Hagen - bis hin zur Frau Holle...
Heutzutage ist die "Nibelungenstraße" ein Produkt der Tourismusindustrie. Sie folgt von Worms am Rhein bis nach Wertheim am Main mehreren Merkmalen der Nibelungengeschichte.
 
   
   
 
   
 
   
Am Marktplatz sehen wir auf das älteste Gebäude des Ortes, den bereits 1463 erwähnten Gasthof "Zum Goldenen Engel". Jahrhundertelang war er Raststätte und Logis für die zu Pferd und Kutsche Reisenden. Für mittellose Wanderer gab es übrigens eine Gemeindeherberge. Der "Engel" ist inzwischen leider verschlossen. Gleich nebenan gibt`s aber die "Krone".
Holzkirchen scheint von großer Frömmigkeit geprägt, erkennbar an Kreuzen und Bildstöcken.
 
   
 
   
 
   
 
   
Gleich neben dem "Engel" erblicken wir ein solches Beispiel aus dem Jahre 1744, das durch seine Bildinhalte große Bedeutung hat.  
   
 
   
 
   
 
   
Dann fällt der Blick auf einen weiteren Bildstock von 1739/1865.  
   
 
   

und geht zu der Stelle des uralten Dorfbrunnens. Aus Holzrohren sprudelte lange Zeiten das Wasser für die Bewohner, die sich beileibe nicht nur zum Wasserholen hier trafen. Infolge Tieferlegung des Aalbaches verschwand das Idyll.
Aber im Jahr 1996 schuf der örtliche Verschönerungsverein einen Ersatz.

Wenig bergan ragt die mächtige Pfarrscheune - aus rotem Sandstein errichtet, typisch für das Ortsbild. Gleich anschließend grüßt der hl. Erzengel Michael

 
   

 

 
   
 
   
 
   
sowie ein weiterer Bildstock von1719.  
   
 
   
Bis in den Gemüsegarten reicht der christliche Glaube.
"Maria im Salat"? Offensichtlich hilft`s.
 
   
 
   
Wieder am Marktplatz, beeindruckt eine Muttergottesstatue aus dem 17.Jh., sie wurde 1967 hier her versetzt. Maria trägt eine Lilie und ist flankiert von zwei Engeln.  
   
 
   
 
   
Nun aber gerät die gewaltige Klosterkirche der ehemaligen Benedektinerpropstei ins Blickfeld mit ihrem von Balthasar Neumann um 1730 errichteten Oktogon.  
   
 
   
 
   
 
   
 
   
 
   
 
   
Die Benedektinerpropstei Holzkirchen war etwa 750 errichtet worden unter dem Gaugrafen Troand, der von Papst Zacharias dazu berufen worden war. Aus Urkunden weiß man, dass schon damals in Unterfranken Weinbau betrieben wurde. Hinweise hierauf gibt es noch immer im Ortsbild.
Wechselvoll ist die Klostergeschichte, auf und ab, Machtwechsel, Kriege.
Bis 1802 das Klosterleben infolge der Verstaatlichung erlosch und die Anlagen über viele Jahrzehnte ohne Leben blieben.
Erst ab 1961 erfolgten Erhaltungsmaßnahmen.
 
   
 
   
 
   
 
   
BENEDIKTUSHOF - Zentrum für spirituelle Wege -  
   
 
   
"Dieses ist ein Ort der Stille" bedeutete eine Dame dem neugierigen (?) Besucher.
Und tatsächlich: diese Stille ist buchstäblich mit Händen zu greifen.
 
   
 
   
 
   
 
   
 
   
 
   
 
   
Ob im Empfang, wo uraltes Gebälk und ebensolches Gemäuer auch
schweigend Geschichte erzählen
 
   
 
   
oder beim mittäglichen Rundgang in sich gekehrter Gäste/Seminarteilnehmer  
   
 
   
 
   
 
   
und auch in der Buchhandlung mit Cafe`ging es gedämpft zu, hier
bekommt man
 
   
 
   
 
   
 
   
sämtliche Literatur zu den hier vermittelten west-östlichen Weisheitslehren und Lebensphilosophien, aber ebenso die praktischen Hilfsmittel zu deren Ausübung.
Denn mit dem Benediktushof ist eine völlig andere Lebensform in dem aufwändig restaurierten Kloster eingezogen.
Initiator ist Willigis J ä g e r , einerseits als Benediktiner der christlichen Mystik und andererseits als Zen-Meister dem östlichen Geist zugewandt. So bietet die Einrichtung viele Angebote zur Selbstfindung, zur inneren Einkehr , zu Problemlösungen abseits der eingefahrenen Wege :
"Der Wandel der Welt beginnt in uns selbst"
"Das Ziel aller spirituellen Wege ist die volle Entfaltung unseres Menschseins im Hier und Jetzt"
 
   
 
   
 
   
Nachdenklich verlassen wir den "Ort der Stille".  
   
 
   
 
   
Da grüßt Johann Nepomuk als Brückenheiliger, 1746 aus Sandstein
gehauen,
 
   
 
   
und die ehem. Klostermühle gerät in den Blick.
Um 1735 wurde das Sandsteingebäude mit dem mächtigen Walmdach unter dem Propst von Sickingen erbaut. Sein Wappen in der Außenmauer erinnert an ihn.
Erst 1950 wurde der Mühlenbetrieb eingestellt. Derzeit erfolgt ein Umbau des Gebäudes zu anderweitiger Nutzung.
 
   
 
   
 
   
Beim Gang zurück fallen auf den Dächern zwei Dinge auf:
eine besonders attraktive "Sonnenenergie"- Anlage
 
   
 
   
und die goldene Wetterfahne von 1730 auf dem Rathaus (ein Benedikt?).--
Wir verlassen Holzkirchen in Richtung des Nachbarortes Remlingen.
 
   
 
   
 
   
Da steht am Straßenrand eines der ältesten Verkehrszeichen Bayerns: "Einhemmstelle".
Ab diesem Punkt an der "Alten Straße" mussten früher mittels Hemmschuh die Räder der schwerbeladenen Pferdefuhrwerke am Durchgehen gehindert werden. Hier ziemlich bergab fuhr man auch den Sandstein aus einem nahen Steinbruch. Dieser wurde traditionell von Steinmetzen in Holzkirchen bearbeitet.
 
   
 
   
 
   
An den roten Mauern im Ortsbild sieht man es und auf dem
Marktbrunnen hält eine Figur die Erinnerung wach.
 
   
 
   

Schließlich verabschiedet uns ein moderner Bildstock, eine Station bei der jährlichen Flurprozession.

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All das wurde stark verkürzt dargestellt, es bietet sich aber als Grundlage für eigene weitergehende Recherchen. Und vielleicht zu einem Besuch im Frankenland. Eine weitere Reise soll sich Mühlen und dem Wein dort widmen.