Reiseberichte von Hermann und Hans-Hubertus Braune

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Im Hamburger Hafen

Der Hamburger Hafen bietet natürlich eine ganze Reihe von spektakulären Angeboten.Aber wie immer, gibt es auch hier einige interessante Dinge, die nicht ganz vorne im Rampenlicht stehen, die aber doch ihre eigene Ausstrahlung haben. Wir besuchen heute einige dieser Stellen. Wobei auch hier wieder gilt: Ausführliche Texte gibt`s im Internet und über örtliche Prospekte.

 

 


 
Von der S-Bahnstation Landungsbrücken gehen wir hinunter zur Anlegestelle der Hafenfähre Linie 62 Richtung Neumühlen, benutzbar mit dem HVV-Fahrschein. Wir stechen in See Richtung Norden. Es geht vorbei am Fischmarkt und an dem russischen Museums-U-Boot. Am Ufer erkennt man auch das Portal des 900 m langen "Schellfischtunnels". Der diente von 1845 bis 1992 als Schienenverbindung vom Fischereihafen Altona zu den 30 m höher gelegenen Fabriken. Die damalige Hafenbahn war ca. 1,4 km lang, Reste sind erkennbar. Noch heute existiert in einem historischen Gebäude die Café-Bar "Hafenbahnhof Altona" . Urig, lebendig,musikalisch.  
   



Station "Oevelgoenne/Museumshafen".Wir gehen von Bord.

Einige Raritäten früherer Schiffahrt, u.a. echte Dampfschlepper, auf denen man nach Anmeldung auch mitfahren kann, typische Gastronomie und der offene Blick auf den Schiffsverkehr: ...nimm mich mit Kapitän auf die Reise.....

 

 

 

 
 
Nahebei fällt der Blick auf ein ehemaliges Kühlhaus, das zum exclusiven Altersheim "Augustineum" umgestaltet wurde.

 
 
 
Jeder Mensch braucht seinen Hafen. Wie sehr wahr.  
     
 
Und falls in diesem Zusammenhang mal ein Herz entzweibrechen sollte, die Hamburger haben entsprechende Werkstätten...  
 
   

Reeperbahn, hier trifft man u.a. Udo Lindenberg
Einen Abstecher machen wir nach St.Pauli hinein.

 
   

"Große Freiheit". Woher hat diese Straße ihren Namen? Die früher selbständigen Städte Hamburg und Altona grenzten hier aneinander.

Hamburg war preußisch, Altona dagegen unterstand dem dänischen König. Während in Hamburg strenge Sitten herrschten und manches Mißliebige ausgegrenzt wurde (z.B. Spiel-und sontige Lüste, aber auch ungeliebte Religionen), erließ der dänische König am Rande seines Terrains die Große Freiheit, in der sich mancherlei "frei" entfalten durfte. Und so entstand um 1660 hier auch die katholische Kirche "St.Josef".

Der Spruch an ihrem Eingang ist sehr sinnfällig: ringsum herrscht Rotlicht.

 

 

   
 
   

 

 
   

Musikant

 
Schön ist die Liebe am Hafen...    
 

Wieder am Hafen, wenden wir uns ins Viertel "Speicherstadt/Hafencity" . Hier begegnen sich Tradition und Moderne auf lebendige Weise. Das reicht vom backsteinverzierten Speicherbau über futuristische Wohn-und Geschäftsbauten, Liegeplätzen historischer Segelschiffe bis zum Millionärs-Betonklotz "Elbphilharmonie". Dabei natürlich immer wieder Wasser und als Anziehungspunkte originelle Lokale und verschiedenartige Museen.


Hinten links die neu entstehende "Elbphilharmonie", cirka 100 Meter hoch.

   
   
     

 
Wir gehen ins Zollmuseum, um allerlei Einblicke in alte und neue Grenzen und damit verbundene Zölle zu erhalten.    
 
   
"Geld stinkt nicht" .Dieses Wissen verdanken wir den Römern, die auch schon perfekt im Geldeintreiben waren. Sie erfanden einen Latrinen-Zoll.  
   

 
Der Besuch in einer gastlichen Kaffeerösterei ist ebenso angebracht wie ein solcher im ziemlich neuen Meßmer-Momentum am Kaiserkai.Beide bringen uns die ganze Welt des Kaffees bzw. des Tees (sowohl echten Tee wie auch "Kräuteraufguss") nahe.    
 

 
Ein Besuch in den Lagern der orientalischen Teppichimporteure ist dort gern gesehen (ein Einkauf auch).  
   
 
Gebaut wird überall    
 

Zu den ganz Großen zählt zweifellos das Maritime Museum. Auf zehn Etagen des ältesten Speichergebäudes erlebt man mit Auge und Ohr 3000 Jahre Seefahrtsgeschichte.



 
   
     
 
Im Außenbereich rühren menschliche Schicksale hautnah an: zwei vom Meeresboden gehobene Unterseeboote.    
   


Eine feine Sache zu Wasser ist die Barkassenfahrt "Maritime Circle Line" , diese versteht sich als Kultur-Kreuzfahrt. Ab Landungsbrücke 10 erreicht man z.B. die Ballinstadt (diese aber auch mit der S-Bahn bis Veddel). Albert Ballin, legendärer Chef der HAPAG-Reederei, organisierte zwischen 1891 und 1914 für 5 Millionen Auswanderer deren Transfer ab Berlin (spezieller Auswandererbahnhof Ruhleben) über dieses Lager im Hamburger Hafen, heutiges Auswanderermuseum, in die neuen "Heimaten".

   
   
   
   
Winzig kommen wir uns vor angesichts der nahen Ozeanriesen.    
     
   
Bevor wir anlanden, passieren wir die beiden Museumsschiffe Cap San Diego, ein eigentlich modernes Frachtschiff, das so niemand mehr braucht, und den riesigen Dreimaster Rickmer Rickmers. In beiden kann man fast in allen Winkeln herumklettern, Ausstellungen sehen und recht stilgerecht pausieren.

Auf der San Diego gibt es sogar Nachtquartiere.
   
     
   

Und da könnte man den Abend kommen lassen. ....

...mich rief es an Bord.......wie weit kann der Himmel sein.....

La Paloma ade`!
   
Text und Fotos: Hermann Braune, urheberrechtlich geschützt.